Menschen Gegen Gewalt



"Wer schweigt macht mit,
Wer Unrecht zuläßt, stärkt es."
               -Willy Brandt
Plakate gegen Rassismus, vgl. Fn. 13

The greatest sin of our time is not the few who have destroyed, but the vast majority who've sat idly by."
  -Dr. Martin Luther King


Daß Fremdenhaß keine neue Erscheinung in Deutschland ist, weiß jeder. Mit den rechtsradikalen Angriffen auf das Ausländerwohnheim von Hoyerswerda in Sachsen ist das Thema von den Medien wieder entdeckt worden. Die Photos von Mölln, Rostock, Hünxe, Solingen und Magdeburg wurden weltweit publiziert, und die Namen ganzer Städte wurden zu Synonymen der Unmenschlichkeit reduziert. Schlechte Nachrichten machen die Schlagzeilen, aber gute Nachrichten tauchen dort leider nicht oft auf....

           "...Gewalttaten können wir nicht einfach so hinnehmen. Denn die Mehrheit ist ja dagegen, auch hier in Deutschland, obwohl das im Ausland oft bezweifelt wird...."          
   -Sven Reidenbach, Sänger der Schülerband ,V.I.S.' aus Saarbrücken 

      Nach Mölln haben viele Deutschen gegen Ausländerfeindlichkeit demonstriert. In Berlin hat die Bundesregierung eine Versammlung gegen Fremdenhaß organisiert. Etwa 300.000 Teilnehmer waren dabei. 1992 haben über 400.000 Personen in München mit eine Lichterkette gegen Gewalt und Neonazismus demonstriert. Weitere Demonstrationen mit 120.000 Personen in Karlsruhe und Stuttgart, mit 400.000 in Hamburg, 250.000 in Essen und später nochmals 200.000 in Berlin- folgten kurz danach. Schätzungsweise hatten ungefähr drei Millionen Deutsche an den Demonstrationen teilgenommen, um ihre Solidarität mit den Ausländern zu beweisen. 1

      "Die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung ist ausländerfreundlich und nicht antisemitisch eingestellt und lehnt jede Form von Gewalt, insbesondere gegen Minderheiten, ab. Deutschland hat aus der Geschichte, aus den Erfahrungen mit dem nationalsozialistischen Regime, gelernt."2 Und die Bundesregierung unterstützt diese Worte mit Taten. Auf der internationalen Ebene fördert Deutschland seit 1994 eine "gemeinsame Initiative gegen Rassimus und Fremdenfeindlichkeit" mit Frankreich. "Deren Ziel ist es, dem grenzüberschreitenden Charakter des Phänomens besser gerecht werden zu können." Auf nationaler Ebene sind "rechtsextremistische Gruppierungen, die systematisch Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus fördern" verboten.3 Seit November 1992 wurden elf neonazistische Organisationen verboten, aber, nach "The Project for the Study of Anti-Semitism" der Universität in Tel Aviv seien manche darunter noch aktiv.4 Nach dem Bundesamt für Verfassungsschutz gibt es heute 108 rechtsextremistische Organisationen, die insgesamt 45.300 Mitglieder in der BRD haben sollen.5

      Mit Aktionen gegen Skinhead-Musik und Zeitschriften will die Bundesregierung die Verbreitung der ausländerfeindlichen Materialien verhindern. "Mit der Aktion ‘Notenschlüssel' wurde am 3. Februar 1993 bei Hausdurchsuchungen gegen Hersteller und Verbreiter rechtsextremistischer Skinhead-Musik in sieben Bundesländern Beweismaterial beschlagnahmt."6 Von Rock-O-Rama, dem größten Hersteller, wurden circa 30.000 CDs, Kassetten und Schallplatten konfisziert.7 Und dennoch zirkulierten 1995 noch 96 rechtsextremistische Veröffentlichungen. Immerhin ist 1996 Gary Lauck, der amerikanische Neonazi und größter Verbreiter von Neonazi Propagandamaterial weltweit, zu vier Jahren Gefängnis von einem deutschen Gericht verurteilt worden. Außerdem wurde zum ersten Mal eine WWW-Leitseite als bestechlich für Jugendliche gebrandmarkt: "since September 1996, the neo-Nazi and Holocaust denier Ernst Zündel has been banned from disseminating his hate propaganda from a German server on the Internet."8

      Jedoch sind nach Zur Situation der Ausländer in Deutschland: Fakten, Analysen, Argumente zur Fremdenfeindlichkeit nur "ein geringer Teil" der fremdenfeindlichen Gewalttäter in einer rechtextremistischen Gruppe eingebunden, "ein großer Teil der Täter" sind Jugendliche.9 Daher sind präventive Lehrprogramme in den Schulen besonders wichtig. Mit Lehrmaterialien wie ,,Halt! Keine Gewalt!" wollte die Bundesregierung Toleranz in den Schulen fördern.10 Aber es ist nicht nur die Bundesregierung, die solche Programme anbietet. Zahlreiche Bildungsmedien und Filme sind von Inter Nationes und Landesfilmdienst Bayern erhältlich.

      Natürlich gibt es viele Initiativen, die Ausländerfeindlichkeit durch unkonventionelle Methoden bekämpfen. Als das Szenemagazin "Ultimatum" Ed Wolbank, Führer des Skinhead-Bandes ,,Bound for Glory", fragte, wie man der Jugend eine Meinung mitteilen könnte, antwortete er: ,,Music. Music is the number one. It's the best way to reach people. Through music people can start getting into the scene, then you can start educating them. Politics through music."11 Das ist genau so wahr für Bands, die ihre Stimmen gegen Ausländerhaß erheben wollen....Zum Beispiel fand im April 1997 das ,,Hof rockt" Konzert zum fünften Mal in der Hofer Freiheitshalle statt. Dort zeigten "Mojo Working", "Hof rockt" und zwei andere Musikgruppen ihre Solidarität mit den Ausländern.12 Und vorher hat das Goethe-Institut eine Sammlung

"Schüler gegen Rechts - Rockmusik gegen Ausländerfeindlichkeit"  

herausgebracht. Diese Kassette und ihr begleitendes Buch von Rockliedern jungendlicher "nicht-professioneller Gruppen" wurden zusammen mit "Plakate gegen Rassimus: Bericht von einer Bürgeraktion in Wuppertal" als Lehrmaterial benutzt.13

Rolf F.Müller      Das Thema, das die Bürger in Wuppertal kurz vor Weihnachten 1992 auf Leinwände im Stadtgebiet malten, haben auch professionelle Designerverbande zum Thema ihres Wettbewerbs im März 1993 in Berlin gemacht. Nach Rostock und Mölln, ist "die grausame Bilanz des Jahres 1992 in Deutschland: 2285 Gewalttaten, 17 Tote. Das Ergebnis des Wettbewerbs: 1579 Plakatenwürfe aus allen Teilen Deutschlands, einige sogar aus der Schweiz, aus Österreich und aus Paris." Das oben entstandene Bild, "Wi(e)der Gewalt" von Rolf F. Müller hat den ersten Preis bekommen...Mit Hilfe anderer Exemplare aus "Plakate gegen Gewalt und Fremdenhaß" sind auch andere Teile unseres Projektes illustriert....14

    Es ist klar, daß die bisher genannten Institionen nur ein sehr geringer Teil von den zahlreichen Gruppen sind, die ihren ausländischen Mitbürgern helfen....Von Ämtern und Gemeinden, Kirchen und Wohltätigkeitsverbänden, Verlagen und Universitäten, Gruppen und Individuen leuchten die Kerzen immer noch....Unten steht nur eine kurze Liste mit Hilfsquellen, mit denen man anfangen kann....Ich bedaure dabei, viele andere davon übersehen zu müssen.     
Anmerkungen zu "Menschen gegen Gewalt"


Information-und Hilfsquellen:

UNITED for Intercultural Action: European network against nationalism, racism, fascism and in support of migrants & refugees: Die Liste der Listen!

European Year against Racism

Wer hilft Wem (Adressen)

Bitte suchen Sie weiter auf dem Internet...(Z.B. Web.de hat mehr Hilfsquellen unter "Organisationen" als "Menschenrechte").


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