Als sie darüber nachdenkt, was sie tun soll, kommt der Regen. Sie stellt die Scheibenwischer an und fährt langsamer. Die Zeit vergeht langsam, wenn man allein in der Dunkelheit sitzt. Denken und Erinnerung sind die einzigen treuen Gefährten. Sie war tief in ihren Erinnerungen versunken, und das Gasthaus liegt so weit hinter ihr, als ob es nie existiert hätte.

Der Regen kommt jetzt dünner und hört sich auf dem Verdeck wie ein raunender Chor an. Das Raunen spricht sanft zu ihr, erinnert sie an ihr Leben mit ihrem Mann. Sie wünscht und hofft so sehr, daß er zurückkommen würde. Manchmal denkt sie, daß er wirklich vor ihr steht. Aber statt dessen liegt er kalt und kreidebleich in der gefühllosen Erde. Seine strahlenden Augen wurden blind und seine kräftigen Hände nutzlos gemacht durch die kalte Berührung.

Sie schaudert bei diesen Gedanken und versucht sie wegzuschieben. Aber ihre Erinnerungen wirbeln sie herum und ersticken sie. Sie ist atemlos und tränenüberströmt. Ihre Augen können nicht klar sehen und die Landstraße wird nur noch ein anderes Element der Dunkelheit. Sie ist in sich und ihren Erinnerungen an ihn versunken und kann nicht weiterfahren.

Sie sieht eine Ausfahrt. Ihr Herz sagt ihr diese Abfahrt zu nehmen, aber sie hat sie noch nie vorher gesehen und sie hat ein seltsames Gefühl. Sie kann nur ein paar Meter von der Straße sehen, und sie weiß nicht, was vor liegt, aber wo anders kann sie hinfahren? Soll sie einfach weiterfahren und auf ihre Gefühle hören oder soll sie die andere Straße nehmen und Schutz vor dem Wetter suchen?


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