15. Mai 1936
Stockholm, Schweden

     Wir sind hier bei Frederic in Stockholm. Wir leben bei ihm, weil wir fast kein Geld haben. Frederic hat uns ein bißchen Geld für eine neue Bäckerei geliehen. Klaus und ich sind sehr glücklich, weil wir eine Bäckerei in Deutschland hatten. Jetzt arbeitet Klaus acht Stunden am Tag in unserer Bäckerei und ich arbeite dort vier Stunden am Tag. Ich arbeite von neun Uhr bis dreizehn Uhr. Während der vier Stunden bleibt Emil im Kindergarten, wo er sehr zufrieden ist. Er hatte keine Schwierigkeiten sich anzupassen. Frau Michaels, die Lehrerin von Emil, ist ein netter Mensch. Sie plant viele Aktivitäten für die Kinder. Sie hat mir gesagt, daß Emil mit allen spielt. Er hat schon viele Bekannte! Klaus und ich sind sehr, sehr aufgeregt!

     Jeden Tag, um vierzehn Uhr sind Klaus, ich und Emil zusammen in der Bäckerei. Es ist eine schöne Zeit für uns! Um siebzehn Uhr oder so gehen wir nach Hause zum Abendessen mit Frederic, meinem Bruder. Wir essen jeden Tag zusammen.

     Ausser zusammen zu essen und arbeiten, geht die ganze Familie jede Woche zum Tempel. Wir können Juden sein ohne politische Störungen. Das ist ausgezeichnet!

     Das Leben ist wunderschön! Unsere Bäckerei blüht auf, Emil wächst und ist so glücklich wie Klaus und ich. Unser nächster Schritt ist ein Haus zu kaufen. Ich denke, daß wir nächstes Jahr ein Haus kaufen werden. Ich danke Gott für meinen Bruder Frederic!