"Wir wollen Deutschland zusammenführen, und zwar in jeder Hinsicbt: geistig, kulturell, wirtschaftlich und sozial." Bundeskanzler Helmut Kohl

WIR SIND EIN VOLK

Auch der Druck innerhalb der DDR nimmt zu. Die Montagsgebete in der Leipziger Nikolai-Kirche werden zum Ausgangspunkt von Demonstrationen, die sich trotz harten Vorgehens der Sicherheitsbehörden schnell ausbreiten. Auch außerhalb der Kirchen formieren sich jetzt öffentlich erste Oppositionsgruppen. Gegen den Widerstand der DDR läßt Ungarn nach Verhandlungen mit der Bundesregierung mehr als 6.000 DDR Bewohner ausreisen. Bonn gelingt es, nach wochenlangem Tauziehen mit der Honecker-Regierung, den Weg für die Menschen aus den Botschaften in die Bundesrepublik freizumachen.

Unmittelbar vor den Staatsfeiern zum 40. Gründungstag der DDR bringt Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher den in der Prager Botschaft eingeschlossenen Flüchtlingen die Nachricht: Sie dürfen reisen. Die Fahrt per Bahn durch die DDR in die Bundesrepublik wird zum Triumph des Freiheitswillens. Dort werden sie von der Bevölkerung mit offenen Armen empfangen.

Es kommt zu Unruhen in Leipzig, dann in Dresden. Wenige Tage später, am 7. Oktober, mahnt Gorbatschow Honecker bei dessen von landesweiten Protesten begleiteten Jubelfeiern, endlich auf den sowjetischen Reformkurs einzuschwenken: ``Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben."

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